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Europameisterschaften 2011
Bukarest - Rumänien
11.-13. November

Im Jugendbereich hatte sich Julia Kunert (Pönitz) und Josi Schmidt (Halle) im Einzel und das Trio (Halle) qualifizieren können. Unabhängig vom Startplatz – das Trio durfte den Triowettkampf eröffnen – war es in diesem Jahr bereits als Erfolg zu verzeichnen, dass sich das junge Trio für eine JEM qualifizieren konnte. Sowohl Jenny als auch Josi haben gerade die AK gewechselt und so im ersten Jahr AK 15 bis 17 den Sprung geschafft. Das Trio hat eine synchrone Übung mit keinen großen Fehlern zum Jahreshöhepunkt zeigen können. Das der Weg zum Anschluss an Weltspitzenleistungen noch weit ist, war uns im Vorfeld bekannt - dennoch können wir mit dem Verlauf der Entwicklung des Trios sehr zufrieden sein. Bis zum kommenden Jahr müssen nun die „Lücken“ in der Dynamik/ Explosivität, in der Körperhaltung und der Überlegenheit und Sicherheit bei der Ausführung der Elemente und anderer Komponenten der Wettkampfübung geschlossen werden.

 

 

 


 

Im Einzel konnte Jule Kunert mit einer guten Übung sich als beste Deutsche präsentieren. Auch wenn sie nach Angaben der Trainerin im Vorfeld krank war, ist auch hier der Weg zum Anschluss an Weltspitzenleistungen noch weit. Besondere Hochachtung ist Josi Schmidt zu entgegenzubringen, die trotz 12 min Abstand zwischen Trio und Einzelübung im ersten Jahr 15 bis 17 ihre Einzelübung gut präsentieren konnte. Aufgrund fehlender „Luft“ am Ende ihrer Übung und der Glätte des Boden, musste sie leider bei Ihrer ½ Hocke ½ zum Liegestütz einen Sturz in Kauf nehmen – ihr rutsche eine Hand weg. Durch den letzten Teil ihrer Übung kämpfte sie sich tapfer durch – jedoch war durch den Schluss incl. Sturz ungefähr ein Punkt weg.
Ähnlich war das Bild bei den Erwachsenen: Beste Deutsche wurde hier Isabell Piepiorra aus Halle. Nach den Problemen in der Vorbereitungsphase bis Mitte September und lang anhaltenden Diskussionen um einen Triostart, hat sie unter den Bedingungen eine sehr gute Leistung gebracht. Aber auch sie hat ein Element so geturnt, dass 0,8 Punkte für Schuschunowa 1/1 nicht anerkannt worden sind und ein großer Ausführungsfehler bei ihrem eigentlich besten Elemente Doppeltaucher zum Standspagat (0,9) zu großen Abzügen führten. Dies verhindert eine bessere Punktzahl und damit auch eine bessere Platzierung.
Auch Perigrin Pezerovic konnte nicht ohne Schwierigkeiten ihre Übung voll zeigen, sie musste ihren high V-support to split (0,7) abbrechen und somit diese Abzüge bzw. fehlendes Element in Kauf nehmen. Dies verhinderte auch hier eine bessere Punktzahl und Platzierung.

Wie bereits im Vorfeld bekannt geworden, hatten 5 Kategorien die Nominierungspunktzahl für die JEM-EM erfüllt. Schwer nachvollziehbar ist die Tatsache, dass das deutsche Trio trotz Attest zum Qualifikationswettkampf nicht starten konnte. Diese Entscheidung müssen aber die verantwortlichen mit sich selbst ausmachen.
Als Fazit der JEM-EM ist zu sagen, dass eine einheitliche Linie in Europa derzeit nicht sichtbar ist. Frankreich überzeugt mit Power, kreativen Übergängen und Showaspekten, Rumänien mit exzellent ausgeführten Elementen und Übergängen, Ungarn mit schönen Übungen – leider zu leicht vom S-Wert. In diesem Jahr am komplexesten erschien Russland sowohl in der Jugend als auch bei den Erwachsenen. Hier waren alle Aspekte ohne Überwerte einer Komponente am Ausgewogensten auf Weltniveau ausgebildet – Aerobic, Elemente, Übergänge und tolle Übungen. Dazu muss Italien und Spanien genannt werden, die auch etliche Medaillen auf ihrem Konto zu verzeichnen haben. Vor allem das MP Sara Moreno und Lili Vincente und Ivan Parejo als neuer Europameister im Einzel Männer konnten hier mit ihrer Art die spanische Aerobic zu präsentieren, überzeugen.